PrĂĽfungszeit
Am Anfang waren die Zweifel, oder besser: die Überzeugung, dass das mit Prüfungen in Paris nichts werden wird. Neben vielen anderen Dingen, die ich mir in den Monaten vor der Abreise nach Frankreich eingeredet habe, um die Erwartungshaltung zu senken, gehörte auch das Abbügeln von Gedanken an Leistungsscheine dazu.
Die Arbeit an der Uni (oder vielleicht auch nur an der Juristen-Fakultät in Nanterre, an die die Politikwissenschaft angegliedert ist?) ist hier insgesamt etwas anders als in Deutschland: An Stelle von Seminaren gibt es Vorlesungen und an Stelle von Vorlesungen gibt es, genau, auch Vorlesungen. Theoretisch gibt es noch einige ganz wenige "Seminare", aber das kam für mich am Anfang des Semesters auf keinen Fall in Frage. Entsprechend also statt Seminaren viel still sitzen, insbesondere bei der Veranstaltung am Freitagabend, die drei Stunden am Stück ging.
Genau wie die Arbeit an der Uni ist entsprechend auch die „Leistungserbringung“ etwas anders geregelt. Entweder man schreibt eine Klausur oder macht eine mündliche Prüfung. Ich habe mich im Zweifelsfall für die Variante „mündliche Prüfung“ entschieden – was ebenfalls am Anfang des Semesters aufgrund der Sprachkenntnisse noch undenkbar war.
Offenbar ist der Ablauf dieser Prüfungen nicht standardisiert und vom Professor abhängig. Eine Prüfung hat bei mir so ungefähr 35 Minuten gedauert, mit Referat am Anfang und Fragen im Anschluss, eine andere vielleicht knapp über 10 Minuten mit einer sehr offenen Frage am Anfang und ein paar Detailfragen im Anschluss.
Das habe ich seit heute Vormittag nun alles hinter mir und so kann ich mich nach dem minimalen arbeitsökonomischen Lernen der vergangenen Tage wieder auf das Wesentliche konzentrieren: die letzten Tage in Paris!