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	<title>Goldrausch in Jo'burg</title>
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		<title>Der Winter</title>
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		<pubDate>Wed, 28 May 2008 15:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch wenn es eigentlich ziemlich platt klingt, schon wieder &#252;ber das Wetter zu schreiben: Es ist nun einmal ein super Thema, das einen &#252;ber fast jeden Smalltalk rettet. In S&#252;dafrika wird es gerade Winter. Immer wieder erz&#228;hlen mir S&#252;dafrikaner (und andere, die hier schon l&#228;nger leben), dass im Winter hier der Himmel immer strahlend blau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn es eigentlich ziemlich platt klingt, schon wieder &uuml;ber das Wetter zu schreiben: Es ist nun einmal ein super Thema, das einen &uuml;ber fast jeden Smalltalk rettet. In S&uuml;dafrika wird es gerade Winter. Immer wieder erz&auml;hlen mir S&uuml;dafrikaner (und andere, die hier schon l&auml;nger leben), dass im Winter hier der Himmel immer strahlend blau ist, dass es tags&uuml;ber warm und nachts ziemlich kalt ist. Insbesondere, dass es nachts ziemlich kalt wird, kann ich inzwischen best&auml;tigen. Ich wickele mich bereits in drei Decken ein, habe eine elektrische Heizung laufen und freue mich, meine Winterjacke dabei zu haben.</p>
<p>Am Wochenende bin ich in meinem Joburg-Reisef&uuml;hrer (ja, es gibt tats&auml;chlich einen einzigen!) auf einen Satz gesto&szlig;en, der mir aus der Seele spricht: </p>
<blockquote><p>For some unfathomable reason, despite these temperatures South Africa has never really got to grips with the concept of central heating or double glazing.</p>
</blockquote>
<p>Zu der K&auml;lte kommt, dass das Wetter hier gerade ganz anders ist, als es mir alle wei&szlig; machen wollen. Seit dem Wochenende ist der Himmel grau-in-grau und es regnet immer wieder. Und zwischendurch gibt es eines der ber&uuml;hmten Gewitter. Wenn mir jemand von dem &quot;typischen Winterwetter&quot; in S&uuml;dafrika erz&auml;hlt, hinterfrage ich das nun. Die Reaktion darauf: &quot;Das ist der Klimawandel&quot;.</p>
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		<title>Zwei Welten</title>
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		<pubDate>Mon, 19 May 2008 15:42:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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		<description><![CDATA[Es sind schreckliche Bilder, die seit einer Woche &#252;ber die Fernsehbildschirme in S&#252;dafrika flimmern und die Titelseiten der Tageszeitungen aufmachen: &#8222;Xenophobic attacks&#8220;, fremdenfeindliche &#220;bergriffe in den Townships. Ausl&#228;nder, viele aus Simbabwe, werden durch die Stra&#223;en gejagt, von w&#252;tenden Mobs get&#246;tet oder ihre Shacks, Wellblechh&#252;tten, angez&#252;ndet.
Wenn ich abends vorm Fernseher sitze oder im Radio davon h&#246;re, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind schreckliche Bilder, die seit einer Woche &uuml;ber die Fernsehbildschirme in S&uuml;dafrika flimmern und die Titelseiten der Tageszeitungen aufmachen: &bdquo;Xenophobic attacks&ldquo;, fremdenfeindliche &Uuml;bergriffe in den Townships. Ausl&auml;nder, viele aus Simbabwe, werden durch die Stra&szlig;en gejagt, von w&uuml;tenden Mobs get&ouml;tet oder ihre Shacks, Wellblechh&uuml;tten, angez&uuml;ndet.</p>
<p>Wenn ich abends vorm Fernseher sitze oder im Radio davon h&ouml;re, dann f&uuml;hlt sich das eigenartig an. Auf der einen Seite erz&auml;hlen die Bilder von schrecklichen Szenen in der Stadt, in der ich gerade lebe. Auf der anderen Seite bekomme ich nichts von alledem mit. Es ist wahrscheinlich sogar fast so, dass dank Spiegel Online, Tagesschau oder ZDF-Nachrichten die Nachrichtenkonsumenten in Deutschland viel besser und schneller &uuml;ber die Lage in den Townships rund um Johannesburg informiert sind als ich.</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,554004,00.html" target="_blank" title="Spiegel Online">W&auml;hrend die Regierung eine unbekannte Macht (Kriminelle?) hinter dem Geschehen vermutet,&nbsp; f&uuml;hrt zum Beispiel SPIEGEL Online Vorurteile als Ursache an:</a></p>
<blockquote><p>&quot;Migranten seien kriminell, n&auml;hmen den Einheimischen Arbeitspl&auml;tze und Frauen weg &#8211; und sie w&uuml;rden stinken.&ldquo;</p>
</blockquote>
<p>Bemerkenswert ist, dass diese relativ platte und flapsige Darstellung mir tats&auml;chlich auch schon in vereinzelten Gespr&auml;chen begegnet ist. Ich hatte dem bisher nicht so viel Bedeutung beigemessen. Jetzt bin ich in Bezug auf das Ausma&szlig; des Hasses ratlos.</p>
<p>Ein paar zuf&auml;llig ausgew&auml;hlte Nachrichtenquellen aus S&uuml;dafrika:</p>
<p>SABC: <a href="http://www.sabcnews.com/south_africa/social/0,2172,169841,00.html" target="_blank" title="Sabc">&ldquo;Burnt bodies found after E Rand attacks&rdquo;</a><br />The Star: <a href="http://www.iol.co.za/index.php?set_id=1&amp;click_id=3045&amp;art_id=vn20080519112437748C450286" target="_blank" title="Daily Star">&bdquo;Prayer for peace &ndash; as killing goes on&ldquo;</a> <br />Mail&amp;Guardian: <a href="http://www.mg.co.za/articlePage.aspx?articleid=339562&amp;area=/breaking_news/breaking_news__national/" target="_blank" title="Mail and Guardian">&ldquo;Wave of hate engulfs Jo&#39;burg&rdquo;</a></p>
<p>Und noch ein Blick von au&szlig;en &#8211; BBC: <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7407914.stm" target="_blank" title="BBC News">&quot;Thousands flee S Africa attacks&quot;</a></p>
<p>(<a href="http://www.sabcnews.com" target="_blank" title="SABC News">Die s&uuml;dafrikanische Rundfunkanstalt SABC berichtet zwar immer wieder kompetent</a> &uuml;ber die Ereignisse, ist aber gleichzeitig sehr mit sich selbst besch&auml;ftigt. Intern gibt es einen Streit zwischen dem Aufsichtsrat, dem Intendanten, den der Aufsichtsrat loswerden will und seinem vom Aufsichtsrat auserkorenen Nachfolger, den der Intendant kurzerhand gefeuert hat. Es geht dabei auch um die politische Ausrichtung des Senders.<a href="http://www.sabcnews.com/south_africa/general/0,2172,169842,00.html" target="_blank" title="Sabc: Chaos beim Rundfunk"> Das neueste Kapitel dieser Geschichte hat es heute Nachmittag mal wieder als Aufmacher &#8211; vor den Ereignissen in den Townships und in Downtown Johannesburg &#8211; in die Radio-Nachrichten aller SABC-Wellen geschafft</a>).</p>
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		<title>Der goldene Käfig</title>
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		<pubDate>Thu, 15 May 2008 07:21:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Johannesburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Hohe Mauern, brummende elektrische Z&#228;une, &#220;berwachungskameras und Nachtw&#228;chter, dazu die absolut obligatorischen Firmenlogos der &#8222;Armed Response&#8220;-Sicherheitsfirmen, die nach einem Druck auf den Panic-Button im Idealfall in wenigen Minuten zur Stelle sind &#8211; es sind bedr&#252;ckende Eindr&#252;cke, die man bei einem Sonntagsspaziergang unter strahlend blauem Himmel durch die n&#246;rdlichen Stadtteile Johannesburgs aufnimmt. Menschen sind kaum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_1469.jpg" title="Mauer und Armed Response"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_1469.thumbnail.jpg" border="0" alt="Mauer und Armed Response" align="left" /></a>Hohe Mauern, brummende elektrische Z&auml;une, &Uuml;berwachungskameras und Nachtw&auml;chter, dazu die absolut obligatorischen Firmenlogos der &bdquo;Armed Response&ldquo;-Sicherheitsfirmen, die nach einem Druck auf den Panic-Button im Idealfall in wenigen Minuten zur Stelle sind &#8211; es sind bedr&uuml;ckende Eindr&uuml;cke, die man bei einem Sonntagsspaziergang unter strahlend blauem Himmel durch die n&ouml;rdlichen Stadtteile Johannesburgs aufnimmt. Menschen sind kaum auf den Stra&szlig;en unterwegs, und ob sie ihr Sonntagsfr&uuml;hst&uuml;ck im Garten genie&szlig;en, ist auch nicht erkennbar, denn meist in fr&ouml;hlichen Farben angestrichene Mauern versperren den Blick. Zum Sound der Stadt geh&ouml;ren neben dem Stra&szlig;enl&auml;rm und den Polizei- und Krankenwagensirenen (die es auch in Deutschland gibt) nervende Alarmanlagen. In den allermeisten F&auml;llen handelt es sich um Fehlalarme, weil jemand auf den falschen Knopf seiner Autofernbedienung gedr&uuml;ckt hat oder weil sich jemand in Bereichen seines Hauses bewegt hat, in denen der Alarm scharf gestellt war. Besonders nachts ist das sehr nervig.</p>
<p>Es ist der, wie ich finde, typische Widerspruch dieses Landes: auf der einen Seite die scheinbare (tr&uuml;gerische?) Ruhe, auf der anderen Seite die Unsicherheit, die bei einigen sogar in Paranoia ausartet. Ich habe mit sehr unterschiedlichen Menschen gesprochen. W&auml;hrend einige sich permanent bedroht f&uuml;hlen und sich kaum aus ihrem Haus trauen, nehmen andere die latente Gefahr nicht wirklich wahr. Das Thema Sicherheit ist &ndash; neben Loadshedding und dem Wetter &ndash; als Smalltalkthema immer pr&auml;sent auf Partys oder wo auch immer verschiedene Leute aufeinander treffen.</p>
<p>Dass S&uuml;dafrika ein ernsthaftes Problem mit Kriminalit&auml;t und Gewalt hat, l&auml;sst sich schwer leugnen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannesburg" target="_blank" title="Wikipedia">Wikipedia verweist zum Beispiel darauf, dass in der Region Gauteng, in der Johannesburg liegt, mehr Leute durch Morde als durch Verkehrsunf&auml;lle sterben (eine Quelle f&uuml;r diese Angaben habe ich nicht gefunden)</a>. Die Autos fahren hier mit dem Kennzeichen GP (f&uuml;r Gauteng Province) herum. Scherzhaft haben das einige umgedeutet in &bdquo;Gangsters Paradise&ldquo;. Die Zeitungen sind entsprechend voll mit Kriminalit&auml;tsmeldungen. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass die richtigen Tageszeitungen hier alle einen starken Hang zum Boulevard haben und daher Schreckensmeldungen gerne auf der Titelseite pr&auml;sentieren. Viele Menschen verlassen S&uuml;dafrika deshalb &ndash; in Richtung Australien oder Kanada. Spaziert man durch die Wohnviertel, stehen vor vielen H&auml;usern Schilder mit dem Hinweis &bdquo;For Sale&ldquo;.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_1470.jpg" title="Mauer, Zaun, Sicherheit"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_1470.thumbnail.jpg" border="0" alt="Mauer, Zaun, Sicherheit" align="left" /></a><a href="http://www.goethe.de/ins/za/prj/adr/enindex.htm" target="_blank" title="Goethe-Institut: Armed Response">Das Goethe-Institut Johannesburg hat sich vor einiger Zeit mal mit dem Thema &bdquo;Armed Response&ldquo; besch&auml;ftigt.</a> Die Grundthese dabei war, dass die privaten Sicherheitsfirmen gar kein Interesse daran haben, f&uuml;r wirkliche Sicherheit zu sorgen, denn dann machten sie sich ja selbst &uuml;berfl&uuml;ssig. Und da in S&uuml;dafrika mehr Menschen f&uuml;r Sicherheitsfirmen arbeiten als f&uuml;r die Polizei, ist das sicherlich auch ein (zynisches) arbeitsmarktpolitisches Argument.</p>
<p>Auf der anderen Seite l&auml;sst es sich in Johannesburg aber auch recht gut leben. Es gibt Gegenden, in denen man sich problemlos frei bewegen kann. In Melville kann man entspannt in einem Stra&szlig;encaf&eacute; in der Sonne sitzen oder abends ohne Sorgen ein Bier trinken gehen. In Newtown hat sich sich rund um <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Market_Theatre" target="_blank" title="Wikipedia: Market Theatre">das ber&uuml;hmte Market Theatre</a> und das Museum Africa eine lebendige Kulturszene mit einigen Kneipen entwickelt. Einige Stra&szlig;en weiter allerdings beginnt Hilborow. Das Stadtzentrum und ehemaliges Domizil der (wei&szlig;en) Intellektuellen gilt als die gef&auml;hrlichste Gegend der Stadt. </p>
<p>In Johannesburg muss man lernen, mit der (Un-)Sicherheit umzugehen. Man muss lernen, Informationen zu sortieren &ndash; nach sinnvollen Hinweisen und Schreckensmeldungen. Wenn einem das gelingt und man bestimmte Abstriche von seinen europ&auml;ischen Gewohnheiten macht, kann man Joburg genie&szlig;en und viele interessante Eindr&uuml;cke sammeln.</p>
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		<title>Don&#8217;t be a couch potato</title>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2008 13:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf manche Dinge muss man gesto&#223;en werden. Weil zum Beispiel der Name einer absoluten Spezialit&#228;t so komisch klingt, dass man im Leben nicht auf die Idee kommen w&#252;rde, sie im Restaurant zu bestellen. Oder weil man sich mit einem bestimmten Thema normalerweise nicht besch&#228;ftigt und deshalb auch nicht wei&#223;, was f&#252;r spannende Veranstaltungen oder Angebote [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf manche Dinge muss man gesto&szlig;en werden. Weil zum Beispiel der Name einer absoluten Spezialit&auml;t so komisch klingt, dass man im Leben nicht auf die Idee kommen w&uuml;rde, sie im Restaurant zu bestellen. Oder weil man sich mit einem bestimmten Thema normalerweise nicht besch&auml;ftigt und deshalb auch nicht wei&szlig;, was f&uuml;r spannende Veranstaltungen oder Angebote es gibt.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_0285_ok.jpg" title="Input-Logo"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_0285_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Input-Logo" align="left" /></a>INPUT ist so eine Veranstaltung, von der ich bis vor kurzem noch nie etwas geh&ouml;rt hatte und auf der ich nun seit Anfang der Woche viel Zeit verbracht habe. <a href="http://www.input-tv.org" target="_blank" title="INPUT Organisatoren (neues Fenster)">INPUT ist eine Konferenz</a>, bei der sich Fernsehmacher aus der ganzen Welt treffen, um &uuml;ber ihre Produktionen zu reden. Sie findet&nbsp;in jedem&nbsp;Jahr in einer anderen&nbsp;Stadt statt &#8211; nach San Francisco, Taipeh und&nbsp;Lugano <a href="http://www.input2008.org.za" target="_blank" title="Input 2008">in diesem Jahr in Johannesburg</a>.</p>
<p>Praktisch hei&szlig;t das, dass sich hunderte Menschen f&uuml;r jeweils vier Stunden in einen Raum setzen und Filme schauen. Anschlie&szlig;end wird mit den Machern der gezeigten Produktionen dar&uuml;ber diskutiert, wie sie bestimmte Bilder gemacht haben, was ihr Ziel war, welche Probleme es gegeben hat und warum die brillante Dokumentation erst auf einem Sendeplatz nach Mitternacht gesendet wurde. Nach etwa 15 bis 20 Minuten wird dann der n&auml;chste Film gezeigt. </p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_0282_ok.jpg" title="Programm-Bildschirm"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_0282_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Programm-Bildschirm" align="left" /></a>Das ganze l&auml;uft in so genannten Sessions ab. Es gibt drei Screening-Rooms, in denen parallel verschiedene Filme gezeigt werden. Die Sessions hei&szlig;en dann zum Beispiel &bdquo;Don&rsquo;t be a couch potato&ldquo;, darin laufen Beispiele aus der ganzen Welt, wie man interaktives Fernsehen machen kann. In &bdquo;Beyond correct&ldquo; liefen satirische Filme. Mein pers&ouml;nlicher Favorit aus dieser Session ist &uuml;brigens Yallahrup, eine d&auml;nische Puppenserie. In der gezeigten Folge geraten zwei jugendliche (pseudo-) Gangster an einen Dschihadisten, der sie als Selbstmordattent&auml;ter werben will. Die beiden haben keine Ahnung, worum es geht und fahren total auf die 92 Jungfrauen ab, die er ihnen verspricht. Vielleicht findet ja jemand eine der Folgen in Youtube? </p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_0273_ok.jpg" title="Input-Programm"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/05/img_0273_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Input-Programm" align="left" /></a>Auch aus Deutschland sind einige Filme dabei: <a href="http://www.arte.tv/de/film/Berlinale-2007/1481198.html" target="_blank" title="Prinzessinenbad in der ARTE-Kritik">&bdquo;Prinzessinenbad&ldquo; zum Beispiel, der im vergangenen Jahr der erfolgreichste deutsche Dokumentarfilm</a> war oder &bdquo;Die Piloten&ldquo;, ein anstrengender 90-Minuten Film &uuml;ber ein anstrengendes Projekt von Christoph Schlingensieg. Nach knapp einer halben Stunde hat mich die Vorstellung, noch 60 weitere Minuten in dem Film zu sitzen so gestresst, dass ich Kaffee trinken gegangen bin. </p>
<p>&Uuml;brigens ist es &ndash; bei allem positiven &ndash; &auml;u&szlig;ert schwer, bei INPUT zu einem &bdquo;Couch Potato&ldquo; zu werden. Denn vier Stunden in einem dunklen Raum sitzen, total verschiedene Filme sehr unterschiedlicher Qualit&auml;t sehen und anschlie&szlig;end diskutieren, erfordert viel Disziplin. Und leider ist INPUT nun mal eine Konferenz f&uuml;r professionelle Fernsehmacher. Chips, Bier und bequeme St&uuml;hle gibt es in den Screening-Rooms n&auml;mlich nicht. Deshalb habe ich bis jetzt auch noch keine Session komplett durchgehalten.</p>
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		<title>Mein Wrack und ich</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Apr 2008 08:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<category><![CDATA[Auto]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Verkehr ist auf den ersten Blick ganz sch&#246;n gruselig: Die Hauptstra&#223;en in Joburg sind zum Teil drei- und vierspurig, manchmal schert unvermittelt vor einem ein Auto aus, um zu &#252;berholen und st&#228;ndig sind wegen der Stromabschaltungen Ampeln an zentralen Kreuzungen ausgefallen. Und rund um die renommierte Johannesburg Art Gallery (die in einem der unsichersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Verkehr ist auf den ersten Blick ganz sch&ouml;n gruselig: Die Hauptstra&szlig;en in Joburg sind zum Teil drei- und vierspurig, manchmal schert unvermittelt vor einem ein Auto aus, um zu &uuml;berholen und st&auml;ndig sind wegen der Stromabschaltungen Ampeln an zentralen Kreuzungen ausgefallen. Und rund um die renommierte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Johannesburg_Art_Gallery" target="_blank" title="Wikipedia">Johannesburg Art Gallery</a> (die in einem der unsichersten Viertel der Stadt liegt) herrscht auf den Stra&szlig;en reges Treiben: Es ist schwer, zwischen Fu&szlig;g&auml;ngerweg, Stra&szlig;e und Parkfl&auml;chen zu unterscheiden. <a href="http://www.drivealive.org.za" target="_blank" title="Non-Profit-Organisation: Drive Alive">Besorgniserregend ist auch die Zahl der Verkehrstoten</a>. Alkohol am Steuer, zu hohe Geschwindigkeit und Fu&szlig;g&auml;nger auf Autobahnen sind h&auml;ufige Ursachen. Dazu kommt, dass es in dieser Millionenstadt eigentlich keinen relevanten Nahverkehr gibt (um das Bussystem zu verstehen, braucht man wahrscheinlich einen Abschluss in Stadtplanung). Die Minibustaxis sind zwar g&uuml;nstig, viele raten aber von der Benutzung ab.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1351_ok.jpg" title="Mein Wrack"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1351_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Mein Wrack" align="left" /></a>Eine der g&uuml;nstigsten Varianten, um f&uuml;r l&auml;ngere Zeit mobil zu sein, ist &bdquo;Rent a Wreck&ldquo;. Der Name ist Programm. <a href="http://www.zeit.de/2004/20/Wrack_2fS_9fdafrika" target="_blank" title="DIE ZEIT &uuml;ber &quot;Rent a Wreck&quot;">F&uuml;r relativ wenig Geld bekommt man ein Auto, das &ndash; sagen wir mal &ndash; fahrt&uuml;chtig ist.</a> Meines ist rot, auf der K&uuml;hlerhaube steht, es sei ein Ford, auf dem Lenkrad dagegen steht was von Mazda. Deshalb kann ich &uuml;ber den genauen Typ nicht viel sagen, au&szlig;er, dass es rot ist und der Lack an einigen Stellen rostet. Wenn es kalt ist, ziert es sich manchmal, anzuspringen. An den zum Teil erheblichen Steigungen in den Vororten muss es sich ganz sch&ouml;n abm&uuml;hen. Und wenn es angesprungen ist und sich &uuml;ber die H&uuml;gel gequ&auml;lt hat, klappert es. Aber der Ford-Mazda f&auml;hrt &ndash; und an sich auch recht zuverl&auml;ssig. Und f&uuml;r weniger als acht Euro pro Tag kann man problemlos &uuml;ber die kleinen Wehwehchen hinwegschauen.</p>
<p>Was auf den ersten Kilometern Fahrt in Johannesburg auff&auml;llt: Es wird gar nicht so viel gehupt. Da sich die meisten darauf eingestellt haben, dass andere Autos (und insbesondere die Minibustaxis) nicht unbedingt plausible oder pl&ouml;tzliche Fahrman&ouml;ver vollf&uuml;hren, ist es auch kein Problem, sich von der Linksabbieger- auf die Rechtsabbiegerspur neu einzuordnen, ohne dass sich jemand dar&uuml;ber &uuml;berm&auml;&szlig;ig aufregt. Angenehm ist zudem, dass nur wenig &uuml;ber Verkehrsschilder geregelt wird. An Kreisverkehren (die es hier vor allem in den Wohngebieten viel gibt) f&auml;hrt der, der als erstes da war. Vorfahrtsstra&szlig;en werden durch Stopschilder organisiert. Und wenn tats&auml;chlich mal wieder eine Ampel ausgefallen ist, fahren im Prinzip alle sch&ouml;n der Reihe nach und immer abwechselnd.</p>
<p>Ich habe ein bisschen geschmunzelt, als ich diese Dinge bewusst wahrnahm und mich an Deutschland erinnerte: Trotz des Chaos scheinen die Leute entspannter zu fahren. Und auch die &ndash; zumindest subjektiv wahrgenommene &ndash; geringere Zahl an Stra&szlig;enschildern tut dem Verkehr offenbar gut. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shared_Space" target="_blank" title="EU-Pilotprojekt">Vielleicht wird es Zeit, die bisher vereinzelten Pilotprojekte auszuweiten?</a> Die vielen Verkehrsunf&auml;lle allerdings lassen daran wieder zweifeln.&nbsp; </p>
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		<title>Klima</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 06:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
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		<description><![CDATA[S&#252;dafrikaner begr&#252;&#223;en einen meistens mit einem fr&#246;hlichen &#8222;How are you?&#8220;, die Antwort ist dann in der Regel &#8222;fine, how are you?&#8220; Bevor man zum eigentlichen Thema des Gespr&#228;chs &#252;bergeht, kann sich noch ein kurzer Smalltalk anschlie&#223;en &#8211; zum Beispiel &#252;ber das Wetter.
Es geht in den Winter hier auf der S&#252;dhalbkugel. So richtig passt die Vorstellung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>S&uuml;dafrikaner begr&uuml;&szlig;en einen meistens mit einem fr&ouml;hlichen &bdquo;How are you?&ldquo;, die Antwort ist dann in der Regel &bdquo;fine, how are you?&ldquo; Bevor man zum eigentlichen Thema des Gespr&auml;chs &uuml;bergeht, kann sich noch ein kurzer Smalltalk anschlie&szlig;en &ndash; zum Beispiel &uuml;ber das Wetter.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1345_ok.jpg" title="Gutes Wetter, Joburg"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1345_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Gutes Wetter, Joburg" align="left" /></a>Es geht in den Winter hier auf der S&uuml;dhalbkugel. So richtig passt die Vorstellung nicht zu den Klischees &uuml;ber Afrika, dass es hier auch knackig kalt werden kann. Der Winter ist normalerweise tags&uuml;ber klar und recht warm, in der Nacht ebenfalls klar, sternenklar, soweit man das am Himmel &uuml;ber dem hell erleuchteten Johannesburg erkennen kann, und ziemlich kalt. Meine Extremerfahrung, was das betrifft, ist eine Reise von Windhoek zu den Victoria Falls vor zwei Jahren: Damals sind wir fr&uuml;h morgens bei Minus sechs Grad in Namibia losgeflogen und am Mittag bei Plus 26 Grad in Simbabwe gelandet.</p>
<p>Tags&uuml;ber ist es also meist sehr angenehm, Spazierg&auml;nge im Pullover und mit hochgekrempelten &Auml;rmeln sind kein Problem. Schon so manchen Morgen habe ich damit begonnen, mich vor mein Cottage zu setzen und in der kr&auml;ftigen, warmen Morgensonne zu fr&uuml;hst&uuml;cken. Wenn ich abends allerdings heim komme oder noch etwas unternehme, wird es frisch. Ohne Jacke geht es dann drau&szlig;en nicht mehr. Und auch in den Wohnungen und H&auml;usern wird es k&uuml;hl. Eingebaute Heizungen gibt es eigentlich nicht. Viele haben sich deshalb Radiatoren und elektrische Heizl&uuml;fter gekauft, die zumindest kleine R&auml;ume schnell in eine sehr trockene, aber mollig warme Hitze tauchen. Der staatliche Stromkonzern ist deshalb schon etwas in Sorge, wenn es richtig Winter wird und es nachts wirklich kalt wird.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1305_ok.jpg" title="Regenschauer, Jo&rsquo;burg"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1305_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Regenschauer, Jo&rsquo;burg" align="left" /></a>Zwar ist mein Grundeindruck, dass das Wetter hier eigentlich immer gut ist und &ndash; wie oben erw&auml;hnt &ndash; vor allem das Aufstehen durch strahlenden Sonnenschein enorm erleichtert wird. Auf der anderen Seite wird diese tr&uuml;gerische Harmonie regelm&auml;&szlig;ig durch heftige Gewitter durcheinander gewirbelt. Der Tag kann ganz entspannt beginnen, und pl&ouml;tzlich ziehen dunkelgraue Wolken auf. So ging das schon los, als ich hier angekommen bin. Noch am Flughafen war alles nett, die Sonne schien. Als ich zu Hause angekommen war, zog der Himmel dicht und es fing f&uuml;rchterlich und in hoher Frequenz an zu Donnern und zu blitzen. Zu dem Gewitter kommen nat&uuml;rlich heftige Gewitterschauer. Das hatte im konkreten Fall zur Folge, dass ich, als ich schlie&szlig;lich am Abend im Bett lag, von einem eigenartigen Pl&auml;tschern irritiert wurde. Erst nach und nach wurde mir klar, dass Regenwasser an einer Stelle von der Decke tropfte.</p>
<p>Das Dach ist inzwischen geflickt. Und f&uuml;r die n&auml;chsten Wochen habe ich meine Winterjacke im Schrank schon etwas weiter nach vorne geschoben. </p>
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		<title>Loadshed</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Apr 2008 08:45:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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		<description><![CDATA[Samstagmittag in Joburg. Haupteinkaufszeit. Schon auf dem Weg zur Mall merke ich, dass etwas anders ist: die Ampeln sind ausgeschaltet. Als ich das gro&#223;e Einkaufszentrum betrete, wird mein Verdacht best&#228;tigt: Loadshed, Stromabschaltung.
Die dunklen G&#228;nge sind voll mit Menschen, die ihre Wochenendeink&#228;ufe in T&#252;ten bei sich tragen. In einem Fris&#246;rgesch&#228;ft ist die Friseurin gerade damit besch&#228;ftigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Samstagmittag in Joburg. Haupteinkaufszeit. Schon auf dem Weg zur Mall merke ich, dass etwas anders ist: die Ampeln sind ausgeschaltet. Als ich das gro&szlig;e Einkaufszentrum betrete, wird mein Verdacht best&auml;tigt: Loadshed, Stromabschaltung.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1318_ok.jpg" title="Supermarkt ohne Strom"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1318_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Supermarkt ohne Strom" align="left" /></a>Die dunklen G&auml;nge sind voll mit Menschen, die ihre Wochenendeink&auml;ufe in T&uuml;ten bei sich tragen. In einem Fris&ouml;rgesch&auml;ft ist die Friseurin gerade damit besch&auml;ftigt, einer Kundin die Haare zu f&auml;rben. Allerdings nicht, wie &uuml;blich, vor dem Spiegel, sondern direkt neben der Eingangst&uuml;r, wo am meisten Licht ist. Einige Gesch&auml;fte sind ganz geschlossen, in einigen sitzen die Mitarbeiter mit Kerzen. </p>
<p>Im Supermarkt gibt es zwar eine Notbeleuchtung, aber die meisten K&uuml;hlregale k&uuml;hlen gerade nicht mehr. Milch, Cola und Gem&uuml;se m&uuml;ssen bei steigenden Raumtemperaturen frisch bleiben. Nur die Tiefk&uuml;hlregale und die Kassen scheinen &uuml;ber ein Notstromaggregat versorgt zu werden. Die Menschen haben sich offenbar mit dem Stromproblem arrangiert und erledigen wie gewohnt und ruhig ihre Eink&auml;ufe.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1320_ok.jpg" title="Dunkele G&auml;nge"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1320_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Dunkele G&auml;nge" align="left" /></a>Es kommt im Moment n&auml;mlich immer h&auml;ufiger vor, dass f&uuml;r vier bis sechs Stunden ganze Stadtteile vom Stromnetz getrennt werden. <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542482,00.html" target="_blank" title="Spiegel Online">S&uuml;dafrika, das wirtschaftsst&auml;rkste Land des Kontinents, durchlebt eine schwere Energiekrise.</a> Es gibt nicht genug Kraftwerke. Unter anderem ist das ein politisches Problem. Denn der bislang hochprofitable <a href="http://www.eskom.co.za/live/index.php" target="_blank" title="Eskom">staatliche Energiemonopolist Eskom</a> hatte schon vor Jahren gewarnt, dass eine solche Situation kommen k&ouml;nnte und Unterst&uuml;tzung f&uuml;r neue Kraftwerke gefordert.</p>
<p>Nun kann es also passieren, dass man im Dunkeln sitzt, wenn man abends nach Hause kommt. Kein Licht, kein (Elektro-)Herd, keine Klimaanlage, kein K&uuml;hlschrank und im Tiefk&uuml;hlschrank tauen gem&auml;chlich die Fertiggerichte auf. Wer keine Kerzen oder &Ouml;llampen hat, hat immerhin die Alternative, in ein anderes Viertel in eine Bar zu fahren und was trinken zu gehen.</p>
<p>Wann eine solche Abschaltung kommt, ist nur begrenzt vorhersagbar. Zwar gibt es einen <a href="http://www.loadwatch.co.za/" target="_blank" title="Newsletter">E-Mailnewsletter &bdquo;Load Alert&ldquo;</a>, der ist aber nicht in jedem Fall zuverl&auml;ssig und wird offenbar nicht immer verschickt.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1323_ok.jpg" title="Schnellimbiss im Kerzenlicht"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1323_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Schnellimbiss im Kerzenlicht" align="left" /></a>Besonders zur Rush-Hour ist das ein echtes Problem. Wenn in einer Stadt, in der es so gut wie keinen &ouml;ffentlichen Nahverkehr gibt und fast jeder mit dem Auto unterwegs ist, die Ampeln ausfallen, bilden sich schnell lange Staus. Aber auch in den B&uuml;ros sitzen die Menschen vor schwarzen Bildschirmen und sind stundenlang per E-Mail oder Telefon nicht erreichbar. Ein guter Zeitpunkt, um den Schreibtisch aufzur&auml;umen oder von einer Karriere als Chef einer Importfirma f&uuml;r Stromaggregate zu tr&auml;umen. </p>
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		<title>Erste Schritte</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Apr 2008 12:33:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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		<description><![CDATA[Es wiegt mindestens 10 Kilogramm, zumindest vom Gef&#252;hl her: mein Schl&#252;sselbund. Bis jetzt habe ich noch nicht herausgefunden, wozu jeder der Schl&#252;ssel gut ist. Es gibt eine Fernbedienung f&#252;r das elektrische Tor, einen Schl&#252;ssel f&#252;r das eine Tor, einen weiteren f&#252;r das Tor direkt vor meiner Haust&#252;r und dann gibt es jeweils einen Schl&#252;ssel f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wiegt mindestens 10 Kilogramm, zumindest vom Gef&uuml;hl her: mein Schl&uuml;sselbund. Bis jetzt habe ich noch nicht herausgefunden, wozu jeder der Schl&uuml;ssel gut ist. Es gibt eine Fernbedienung f&uuml;r das elektrische Tor, einen Schl&uuml;ssel f&uuml;r das eine Tor, einen weiteren f&uuml;r das Tor direkt vor meiner Haust&uuml;r und dann gibt es jeweils einen Schl&uuml;ssel f&uuml;r die beiden Eingangst&uuml;ren. Dazu kommen noch ein paar weitere, aber deren Funktion habe ich bislang nicht verstanden.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1307_ok.jpg" title="Garten"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1307_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Garten" align="left" /></a>Am meisten Respekt habe ich vor dem &bdquo;Panic-Button&ldquo;. Er geh&ouml;rt auch an das Schl&uuml;sselbund, ist auf der Unterseite dunkelrot, auf der Oberseite schwarz und hat oben links einen roten Knopf. Wenn ich da drauf dr&uuml;cke, gehen hier im Haus alle Alarmanlagen an. Wahrscheinlich macht das eine Menge L&auml;rm. Ausprobiert habe ich das noch nicht; mir hat n&auml;mlich noch niemand verraten, wie ich die Alarmanlage wieder ausschalte, wenn ich sie aus Versehen aktiviert habe. Deshalb hei&szlig;t der Panic-Button wohl auch &bdquo;Panic-Button&ldquo;, weil man in Panik ger&auml;t, wenn man ihn aus Versehen gedr&uuml;ckt hat. Deshalb ist diese Fernbedienung auch als Erstes meinem Ausmistman&ouml;ver zum Opfer gefallen und derweil auf meinem Nachttisch gelandet. Ich denke, dort ist sie gut aufgehoben.</p>
<p>Grund zur Panik gab es bisher noch nicht. Zwar prasseln zwischendurch immer mal wieder heftige Gewitterschauer auf mein Dach. Sonst ist der Himmel aber meist strahlend blau und es ist sommerlich warm. Meine Kollegen klagen trotzdem regelm&auml;&szlig;ig dar&uuml;ber, dass es so kalt sei. Der Unterschied ist wohl, dass sie aus dem Sommer kommen, mein K&ouml;rper dagegen nach wie vor auf die winterlichen Temperaturen in Deutschland eingestellt ist.</p>
<p>Wenn ich morgens aufstehe, schaue ich als erstes durch eine Gittert&uuml;r in den kleinen Garten und dahinter auf die Skyline von Jo&rsquo;burg. Gestern Morgen habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr in der Morgensonne im Garten gefr&uuml;hst&uuml;ckt. Der Platz vor meinem Cottage ist ideal daf&uuml;r.<a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1311_ok.jpg" title="Skyline Joburg"><br /></a></p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1311_ok.jpg" title="Skyline Joburg"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/04/img_1311_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Skyline Joburg" align="left" /></a>Nur wenige Schritte von hier liegt, wie mir inzwischen gesagt wurde, <strong>das</strong> Ausgeh-Viertel von Johannesburg: die 7th Street in Melville. Dort gibt es zahlreiche nette Kneipen und Restaurants. Unter anderem findet sich dort auch das &bdquo;Berlin&ldquo;, eine Cocktailbar, in der von Sonntag bis Dienstag alle Cocktails nur 20 Rand kosten, das ist rund 1,50 Euro. Melville scheint eher ein ruhiger Vorort zu sein. Zwar sind alle Grundst&uuml;cke von meterhohen Mauern eingekreist. Unsicher ist es aber offenbar nicht, gerade weil hier um die Ecke immer viel los ist. Und im Notfall habe ich ja immer noch den &bdquo;Panic-Button&ldquo;.</p>
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		<title>Dubai</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Mar 2008 22:20:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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		<description><![CDATA[Mitten in der Nacht in Dubai. Naheliegend w&#228;re so eine &#220;berschrift in Anlehnung an einen alten Kinofilm gewesen: Schlaflos in Dubai zum Beispiel. Zwei Gr&#252;nde sprechen dagegen. Erstens ist diese Formulierung inzwischen schon etwas verbraucht. Zweitens &#8211; und das ist viel entscheidender &#8211; scheinen hier ziemlich viele Menschen gerade schlaflos zu sein.
Ich sitze mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mitten in der Nacht in Dubai. Naheliegend w&auml;re so eine &Uuml;berschrift in Anlehnung an einen alten Kinofilm gewesen: Schlaflos in Dubai zum Beispiel. Zwei Gr&uuml;nde sprechen dagegen. Erstens ist diese Formulierung inzwischen schon etwas verbraucht. Zweitens &ndash; und das ist viel entscheidender &ndash; scheinen hier ziemlich viele Menschen gerade schlaflos zu sein.</p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/03/img_1296_ok.jpg" title="Flughafen Terminal"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/03/img_1296_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Flughafen Terminal" align="left" /></a>Ich sitze mit dem Laptop auf der Erde, etwas abgelegen vom Trubel. Trubel? Auch um halb drei Uhr in der Nacht ist Dubai International Airport noch &uuml;beraus lebendig. Das Wort Nachtflugverbot erntet hier wahrscheinlich maximal ein m&uuml;des L&auml;cheln. Permanent werden Fl&uuml;ge angek&uuml;ndigt. Nach Bahrain, Dhaka, Paris oder Beijing. Am meisten gefreut habe ich mich pers&ouml;nlich &uuml;ber den Emirates Flug nach London Heathrow um 2.30 Uhr mit der Flugnummer 007, das aber nur am Rande. Es ist ein modernes Geb&auml;ude, im Grunde fast etwas gesichtslos, ein Luftdrehkreuz, wie es &uuml;berall auf der Welt stehen k&ouml;nnte: endlose Laufb&auml;nder, die bereits genannten permanenten Flugank&uuml;ndigungen, Caf&eacute;s und die unvermeidlichen Filialen von McDonalds, StarBucks und Dunkin&rsquo; Donuts. Aber ganz so ist es dann doch nicht.</p>
<p>Es ist warm, sehr warm, noch 25 Grad und das mitten in der Nacht. Und gleich bei den ersten Schritten im Terminal erschlagen einen die Eindr&uuml;cke. Wegweiser sind doppelt beschriftet: einmal <a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/03/img_1286_ok.jpg" title="Zeitungen am Flughafen Dubai"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/03/img_1286_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Zeitungen am Flughafen Dubai" align="left" /></a>in Englisch und einmal in Arabisch. Was in Paris die Galerie Lafayette ist, nennt sich hier Duty Free. Nein, ok, der Vergleich hat zugegebenerma&szlig;en fast etwas Blasphemisches. Trotzdem ist die Einkaufsfl&auml;che &bdquo;Dubai Duty Free&ldquo; extrem beeindruckend, wahrscheinlich w&uuml;rde man von einer Mall sprechen. In der Halle riecht es nach teuren Parf&uuml;ms, an St&auml;nden gibt es Shishas, Digitalkamers, teure Weine und die Bild-Zeitung. Zwischen den St&auml;nden wuseln hunderte Menschen herum. Dubai ist ein internationales Drehkreuz, das sp&uuml;rt man schnell. M&auml;nner mit Turban, junge Frauen mit Kopftuch und Trikots der iranischen Nationalmannschaft, M&auml;nner mit Bierbauch. Unter B&auml;nken und an den Seiten der Halle haben sich Reisende schlafen gelegt. Und an den W&auml;nden auf der Erde sitzen meist junge Leute (wie ich gerade) mit ihren Laptops. Denn das Wlan ist hier kostenlos.</p>
<p>Fast f&uuml;nf Stunden habe ich Aufenthalt, irgendwo hier im Nirgendwo, das sich trotzdem zu einem gesch&auml;ftigen und bombastisch expandierenden Ort entwickelt. Neben mir im Flugzeug sa&szlig; ein junger Mann aus Deutschland, der sich hier mit Urlaubsappartements selbstst&auml;ndig machen will. Er sagt, die Chancen st&uuml;nden gut. Die Wohnungen, die er vor ein paar Monaten gekauft habe, h&auml;tten schon jetzt, obwohl sie noch nicht fertig gestellt seien, ihren Wert erheblich gesteigert. &Uuml;berall wird gebaut. Beim Landeanflug habe ich auch sp&auml;t am Abend auf Baustellen noch Arbeiter und Fahrzeuge in Aktion gesehen. Auch der Flughafen wird gerade erweitert. Emirates bekommt ein eigenes Terminal. </p>
<p><a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/03/img_1298_ok.jpg" title="Starbucks in Dubai"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/03/img_1298_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Starbucks in Dubai" align="left" /></a>Dubai k&ouml;nnte spannend sein, vielleicht auch mal ein eigenes Reiseziel, irgendwann. Bis dahin muss ich mich gedanklich damit abfinden, dass ich schweren Herzens einen Teil meines Reisegep&auml;cks in D&uuml;sseldorf lassen musste. Ich hatte mich ja schon darauf eingestellt, dass ich etwas &Uuml;bergep&auml;ck werde zahlen m&uuml;ssen. Von daher hatte ich zun&auml;chst noch ganz l&auml;ssig darauf reagiert, als die Frau am Checkin skeptisch fragte: Wollen sie das alles mitnehmen? Das wird teuer, sehr teuer. Ich h&auml;tte gerne mein Gesicht gesehen, als sie am Ende etwas von 943 Euro sagte. Unter anderem musste ich mich von einem eigentlich als Reiselekt&uuml;re eingeplanten Buch trennen: Jonathan Littells &bdquo;Die Wohlgesinnten&ldquo; (1.400 Seiten). Ich werde mich schon irgendwie anders besch&auml;ftigen.</p>
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		<title>Abflug</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Mar 2008 15:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian Kanth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Dubai]]></category>
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		<description><![CDATA[Den ersten Schritt habe ich gemacht. Von Halle habe ich mich f&#252;r die n&#228;chsten Monate verabschiedet. Jetzt sitze ich auf&#8211; sprichw&#246;rtlich &#8211; gepackten Koffern und denke dar&#252;ber nach, was ich alles vergessen haben k&#246;nnte. Vorhin habe ich kurzzeitig panisch den Internationalen F&#252;hrerschein gesucht, den ich, nachdem ich den gepackten Koffer durchw&#252;hlt hatte, schlie&#223;lich in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den ersten Schritt habe ich gemacht. Von Halle habe ich mich f&uuml;r die n&auml;chsten Monate verabschiedet. Jetzt sitze ich auf&ndash; sprichw&ouml;rtlich &ndash; gepackten Koffern und denke dar&uuml;ber nach, <a href="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/03/img_0266_ok.jpg" title="Gepackte Koffer"><img src="http://www.worldnotes.de/wp-content/uploads/2008/03/img_0266_ok.thumbnail.jpg" border="0" alt="Gepackte Koffer" align="left" /></a>was ich alles vergessen haben k&ouml;nnte. Vorhin habe ich kurzzeitig panisch den Internationalen F&uuml;hrerschein gesucht, den ich, nachdem ich den gepackten Koffer durchw&uuml;hlt hatte, schlie&szlig;lich in der Seitentasche des Rucksacks gefunden habe.</p>
<p>14 Wochen S&uuml;dafrika liegen vor mir. Da lohnen sich die fast 20 Stunden Reise sogar. Bei einem Zwischenstopp werde ich mir mal ein wenig Dubai anschauen, zumindest vom Flughafen aus und mitten in der Nacht. <a href="http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,499641,00.html" target="_blank" title="SPIEGEL Online &uuml;ber Dubai International">Besonders gespannt bin ich auf den 5.400 Quadratmeter gro&szlig;en Duty Free Shop.</a> Nachts soll da Rush-Hour sein.</p>
<p>Montag ist mein erster Arbeitstag. Dann werde ich hier berichten &#8211; von meinem Goldrausch in Jo&rsquo;burg.</p>
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