Archive for März, 2006

Angekommen

Posted by Julian Kanth on Mrz 29 2006 | Neues aus Namibia

Taxifahrt durch die SteppeGrün eingefärbte Steppe, soweit das Auge reicht. Die Sonne scheint, das Flugzeug wird trotzdem durchgerüttelt. Landeanflug auf den Windhoek International Flughafen. Die endlose Landschaft wird nur durch Hügel und schnurgerade lange Strassen zerschnitten. Plötzlich ein kräftiger Ruck. Das Flugzeug hat auf der Landebahn aufgesetzt, mitten im Nichts. Anwohner, die sich über den Lärm beschweren oder gar ein Nachtflugverbot vor Gericht erstreiten, wird es hier wohl nicht geben. Das ist mein erster Eindruck von Namibia, nach einem endlosen Flug über London und Johannesburg.

Vom Flughafen geht es mit einem VW-Bulli nach Windhoek. 45 Minuten dauert die Fahrt über gut ausgebaute Strassen. Links und rechts viel Grünes: Es hat in den vergangenen Monaten viel geregnet in Namibia, so viel, wie seit Jahren nicht mehr.

In Windhoek heißen die Strassen, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin: “Bahnhofstraße” oder auch “Lüderitzstraße”, die Praktikantenwohnung liegt in der Schubertstrasse. Es ist komisch, diese Schilder zu lesen, weit weg von Deutschland. Es ist vieles irgendwie anders und dazwischen diese vertrauten Namen.

Blick auf WindhoekNachdem ich erst bei der NBC, der Namibian Broadcastin Corporation, meinem Arbeitgeber, angeklopft und mich kurz vorgestellt habe, geht es in die Praktikantenwohnung. Ich bin ziemlich geschlaucht und ziemlich müde. Erstmal eine Runde schlafen.

Am Abend kommt Carmen auch nach Hause. Das ist die Praktikantin, die ich bei der NBC gewissermassen ablöse. Abendessen gibt es beim Inder, hin und zurück fahren wir mit dem Taxi. Fuer 12 Namibia Dollar pro Person, etwa 1,50 Euro.

Fotos gibt es noch nicht, weil ich das Kabel gerade nicht dabei habe, mit dem ich die Bilder von der Kamera auf den Computer überspielen kann.

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Tschüss, Halle!

Posted by Julian Kanth on Mrz 22 2006 | Leben, Neues aus Namibia

IC2034, Leipzig-Oldenburg. Helles Sonnenlicht durchflutet den Großraumwagen und taucht die Landschaft draußen in pastellfarbene Töne. Die Felder sind kahl. Die Erde dunkelbraun. An einigen Stellen fängt es aber schon an, grün zu schimmern. Frühling.

Mein erster Schritt in Richtung Namibia ist getan: Ich habe Halle verlassen. Es ist ein komisches Gefühl. Die Reise steht so unmittelbar bevor, ist nicht mehr so weit weg, wie in den ganzen vergangenen Wochen. Komische Gefühle mischen sich in meinem Bauch: Ungewissheit, Spannung, Abenteuerlust, Vorfreude – abwechselnd und gleichzeitig. Ein bisschen ist wahrscheinlich auch die Grippe daran schuld, die mich seit Freitag Schachmatt gesetzt hat. Deshalb hatte ich eben auch Zeit, über das ganze nachzudenken. Das ging bislang noch nicht so richtig.

Der erste Schritt ist nun getan. Ich habe alles Sachen zusammengesucht und sie unsystematisch in irgendwelche Taschen gestopft – und es hat gepasst. Laptop, Mikrofon, Fotoapparat, Zahnbürste, meinen Medikamentencockatial und natürlich alle Lagen Kleidung, die man eben mitnimmt, bzw. die man mitnehmen zu müssen glaubt.

Dass ich den Laptop jetzt vor mir auf den Knien liegen habe, ist nicht so selbstverständlich. Das war bis gestern Vormittag noch eine Zitterpartie: Letzten Mittwoch ist nämlich aus heiterem Himmel die Festplatte ausgefallen, funktionierte einfach nicht mehr, wollte nicht mehr arbeiten oder hatte Angst vor Afrika. Wer weiß. Die Toshiba-Hotline hat mich an einen Vertragshändler in Leipzig verwiesen, der es dann nach einigem hin-und-her doch noch rechtzeitig geschafft hat, meinen Computer heile zu machen. Glück gehabt, Gott sei Dank!

Eine weitere Sache ist jetzt noch nicht so selbstverständlich: Das Innenministerium in Windhoek hat meine Arbeitserlaubnis („Study Permit“) noch nicht bewilligt/bearbeitet. Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil ich den Stapel Antragsunterlagen bereits im Oktober abgeschickt habe. Die NBC bemüht sich um einen Eil-Antrag. Ich bin zuversichtlich und werde auf jeden Fall am Sonntag fliegen. Ein paar Wochen käme ich ja notfalls auch als Tourist in Namibia klar…

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