The old Stuttgart-Rap

Posted by Julian Kanth on Mai 31 2007 | La vie parisienne, Leben

Fanta4 in Paris (Foto 3)„Qui est français?“, fragt der Mann auf der Bühne. Und eigentlich ist diese Frage etwas komisch, schließlich stellt er sie auf einer Bühne mitten in Frankreich. Und doch ist die Antwort dann – für mich- überraschend lautstark, die da aus dem Publikum zurück schallt. Denn der Mann, der diese Frage mitten in Paris – immerhin auf Französisch – stellt, ist Smudo, und die Band, die im „Le Trabendo“ im Nordosten der französischen Hauptstadt mit ihm auftritt, die Fantastischen Vier.

Es ist einer dieser Momente, in denen sich offenbar ein großer Teil der deutschen Erasmus-Gemeinde in Paris trifft. Es ist ein eher intimes Konzert an diesem Abend. Von den, wie es heißt, etwa 200 Eintrittskarten gibt es noch einige an der Abendkasse. Als die Band auf die Bühne tritt, ist der Club aber so gut gefüllt, dass es auf der Tanzfläche manchmal ein bisschen eng wird, aber auch trotzdem noch genug Platz zum Tanzen da ist – ideale Voraussetzungen also für einen stimmungsvollen Abend.

Bühnenshow, Fantastische Vier, ParisDie Vier, verstärkt um noch einmal drei Musiker, spielen an diesem Abend einige Stücke von ihrem neuen Album „Fornika“, von dem ich zugegebenermaßen noch nicht ein einziges bis heute kannte, unter anderem auch den etwas düsteren Titelsong „Fornika“. Richtig gerockt wird allerdings mehr bei den alten und schon lange bekannten Stücken wie „Sie ist weg“, „Le Smou“, „Der Picknicker“ oder „Geboren“. Die Titel moderiert vor allem Thomas D. an im Zusammenspiel mit Smudo, der so gut es geht ins Französische übersetzt – und wo es hapert, hilft das Publikum per Zufruf aus. Einmal kapituliert er allerdings, und fordert die Deutschen im Saal auf: „Übersetzt das mal für eure französischen Freunde“.

Nach gut eineinhalb Stunden verabschiedet sich die Band mit dem Klassiker „Tag am Meer“. Mit lautstarken „Zugabe, Zugabe“-Rufen, in die auch die Franzosen nach und nach einstimmen, lassen sich die Vier allerdings doch noch einmal überzeugen. Dass das deutsch-französische Publikum in Paris textsicher ist, wird bei den anschließenden Titeln klar, bei „Troy“ und „Wir ernten was wir säen“.

Fanta4 in ParisDanach wollen sie sich dann endgültig verabschieden, sagen, dass es ihnen gefallen hat und verlassen die Bühne. Die Techniker beginnen direkt damit, die Mikrofone abzubauen. Ein paar Hartgesottene skandieren aber weiter „Les Quatres Fantastiques, Les Quatres Fantastques“ (übrigens scheint sich die französische Version des Bandnamens tatsächlich gut als Schlachtruf zu eignen). Und schließlich gibt der Tourmanager den Technikern ein Zeichen, Daumen nach oben, und die Band betritt wieder die Bühne. „Eigentlich wären wir selbst bei 5.000 Zuschauern jetzt nicht noch einmal rausgekommen … Aber einen spielen wir noch.“

Und so geht das Konzert nach über zwei Stunden mit zwei Zugaben zu Ende. Fazit: 22 Euro Eintritt, die sich gelohnt haben, schließlich gibt es nur selten (in Deutschland) Gelegenheit, den "deutschen Sprechgesang" der Fantas mal in so kleinem Rahmen zu sehen. Und auch die deutsch-französische Studentenfangemeinde hat bewiesen, dass sie es es vortrefflich versteht, gemeinsam zu feiern! Ein großartiges Konzert!

(Sorry, leider keine guten Bilder wegen schlechter Handy-Kamera!) 

Nachtrag 11.6.: Bei Enno gibt es schönere Fotos! 

2 comments for now

2 Responses to “The old Stuttgart-Rap”

  1. Dafür ist dein Beitrag besser geschrieben. :)

    11 Jun 2007 at 23:47

  2. Indra

    :-)

    Wow, das hätt ich mir ja auch mal gerne angesehen, bin ganz neidisch…

    15 Jun 2007 at 00:15

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